Modulare Schulpraxiseinbindung als Ausgangspunkt zur individuellen Kompetenzentwicklung

Anwendungsbezogenenes Lernen anhand von best practice Videovignetten

Um die Handlungskompetenz zukünftiger Lehrkräfte zu stärken, ist eine Integration von Praxiselementen in der Lehre erforderlich, die das anwendungsbezogene (konditional-prozedurale) Wissen in den Fokus rückt (Schneider & Bodensohn, 2014). Leitziel des Teilprojektes I.2 liegt in der Überbrückung des häufig beklagten Theorie-Praxis-Bruchs seitens der universitären Lehre und der späteren Arbeit. Im Sinne der sozial-kognitiven Lerntheorie nach Bandura wird das professionelle Handeln von Expert(inn)en im Unterricht gefilmt (Bandura, 1963). Hierzu werden Fachleiter/innen während ihres Unterrichts videografiert. In einem Kodier- bzw. Ratingprozess werden im Anschluss Prototypen gelungenen Lehrerhandelns gefiltert. Klassifiziert werden die Prototypen hinsichtlich der Unterrichtsqualitätskriterien nach Helmke (2014). Die ausgewählten Prototypen lassen sich als good practice Videovignetten bezeichnen, da sie gelungenes Lehrerhandeln in verschiedenen Anforderungssituationen zeigen. Auf Basis des Videomaterials wird ein Lehr-Lernkonzept entwickelt, in welchem Studierende das Experten- sowie Schülerverhalten beobachten und kritisch reflektieren. Der Reflexionsprozess wird durch den Einsatz etablierter Instrumente zur Unterrichtsreflexion unterstützt (z. B. Linzer-Diagnosebogen zur Klassenführung: vgl. Lenske & Mayr, 2015; EMU: vgl. Helmke et al., 2014).
Anhand eines quasi-experimentellen Designs wird überprüft, inwiefern good practice Videovignetten geeignet sind, um die Lehre praxisorientiert zu gestalten und um das anwendungsbezogene Wissen zu fördern.


Bandura, A. R. H. (1976). Lernen am Modell. Stuttgart: Klett-Kallmeyer. Helmke, A. (2014). Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. 5. überarbeitete Auflage. Seelze: Klett-Kallmeyer.
Helmke, A., Helmke, T., Lenske, G., Pham, G. H., Praetorius, A.-K., Schrader, F.-W. & Ade-Thurow, M. (2014). Unterrichtsdiagnostik mit EMU (Evidenzbasierte Methoden der Unterrichtsdiagnostik und -entwicklung). In M. Ade-Thurow, W. Bos, A. Helmke & T. H. e. a. (Hrsg.), Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte in Hinblick auf Verbesserung der Diagnosefähigkeit, Umgang mit Heterogenität und individuelle Förderung. Münster: Waxmann.
Lenske, G. & Mayr, J. (2015). Das Linzer Konzept der Klassenführung (LKK). Grundlagen, Prinzipien und Umsetzung in der Lehrerbildung. In Jahrbuch für Allgemeine Didaktik 2015. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.
Schneider, C., & Bodensohn, R. (2014). Core Competences of Students in University Teacher Education and Their Longitudinal Development: First Results of the KOSTA Study. In K.-H. Arnold, A. Groeschner, & T. Hascher (Hrsg.), Schulpraktika in der Lehrerbildung. Pedagogical field experiences in teacher education. Theoretische Grundlagen, Konzeptionen, Prozesse und Effekte. Theoretical foundations, programmes, processes, and effects (S. 147-164). Münster: Waxmann.

Projektteam: 

Jun. -Prof. Dr. Gerlinde Lenske, Institut für Bildung im Kindes-und Jugendalter
Prof. Dr. Alexander Kauertz, Institut für naturwissenschaftliche Bildung
Josefine Zemla (M.A.), Institut für naturwissenschaftliche Bildung

bfbf



Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01JA1605 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.

Ein Projekt der Universität Koblenz Landau


JProf. Dr. Gerlinde Lenske
Teilprojektleiterin

Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Fortstr. 7
76829 Landau
Gebäude K, Raum 3.24

+49 (0) 6341 / 280-32431

lenske@uni-landau.de


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Josefine Zemla
Doktorandin

Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz
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